Lieferantenmanagement mit Algorithmen?

Algorithmen bestimmen immer häufiger unseren Alltag … Dass Algorithmen auch ins Lieferantenmanagement vorstossen ist doch eher neu. Lieferantenmanagement hat doch vor allem etwas mit zwischenmenschlichen Beziehungen zu tun. Ein Computer kann sowas definitiv nicht übernehmen. Na ja … von «übernehmen» spricht niemand. Es geht vor allem darum, den Einkauf im Lieferantenmanagement zu unterstützen. Es gibt durchaus viele rationale Entscheide, die im Einkauf gefällt werden müssen. Hier können Algorithmen Ihre Stärken ausspielen. Eine grundlegende Frage des Lieferantenmanagement lautet: «Sind alle unsere Artikel optimal auf unser Lieferantennetzwerk aufgeteilt?» Genau diese Frage lässt sich effizient mit Algorithmen beantworten. Unternehmen haben viele Unternehmensdaten. Als Basis für die ersten Analysen, werden mittels Data-Mining die für das Lieferantenmanagement relevanten Parameter aus diesen Daten vollautomatisch ausgelesen. Konzentrieren wir uns zur Einfachheit auf 3 Parameter pro Artikel wie «Oberflächeninhalt in mm2», «Volumen in mm3» und «die Ausprägung in der X-Achse». Werden die Information «aktueller Lieferantenname» und die drei technischen Parameter kombiniert, braucht es erstmal keine Algorithmen um festzustellen, welche Lieferanten für unser Unternehmen «Bauteile ab 1'000 mm Länge» fertigen. Die Erkenntnis, wie diese längeren Bauteile auf unser Lieferantennetzwerk aufgeteilt sind, kann schon mal aufschlussreich sein. Noch spannender wird es, wenn wir analysieren, ab welcher Bauteilelänge die jeweiligen Lieferanten weniger wettbewerbsfähiger sind. Zur Beantwortung dieser Frage können uns Algorithmen unterstützen. In einer Analyse werden die Artikel mit «Bauteillänge ab 1’000mm» rot eingefärbt (siehe Grafik). Es ist gut zu erkennen, dass ein Lieferant für längere Bauteile eher schlecht eingerichtet ist. Die Preise dieser Artikel werden von den Algorithmen als «eher zu teuer» eingestuft. Es bietet sich an abzuklären, ob diese Lieferanten die Artikel in einer Aufspannung zu fertigen können oder Artikel "Nachspannen" müssen.

Lieferantenmanagement_mit_Algorithmen_OSC

Die Artikel können auf verschiedenste Parameter hin analysiert werden. Zusätzlich interessant wird es, wenn wir die Algorithmen selbstständig entscheiden lassen, bei welchem Lieferanten Sie die Artikel für «am besten platziert» betrachten. Zu den technischen Parametern können nun zusätzliche Informationen wie Liefertreue, oder Qualität hinzugezogen werden. OSC – optimize supplier clustering automatisiert diese Auswertungen. Wie so oft geht es um den sinnvollen und geeigneten Einsatz von neuen Technologien. Algorithmen werden immer schneller und genauer. Die zwischenmenschlichen Aufgaben sollten wir nach wie vor nicht von Algorithmen erledigen lassen. Vielleicht wird der Einkauf sogar ein bisschen menschlicher, weil Einkäufer sich mehr auf die Kommunikation und die Betreuung der Lieferanten konzentrieren können. Algorithmen sei Dank.

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